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Unterflurverankerungen im Test

19.09.2013

Der Baum ist wesentlicher Bestandteil der belebten Erde. Neben seinen vielfältigen ökologischen Funktionen ist er mit seinen Früchten und seinem Holz eine wichtige Rohstoffquelle. Darüber hinaus gilt der Baum als Zeichen des Lebens und ist vor allem im Garten- und Landschaftsbau das hochwertigste lebende Gestaltungselement überhaupt. Doch bevor sich ein Baum an seinem endgültigen Standort etablieren kann, muss er eine längere kritische Anwachsphase überstehen.

Zur Unterstützung werden neben dem klassischen Dreibock zunehmend Unterflurverankerungssysteme wie die GEFA TREELOCK® Verankerung eingesetzt. Das Zentrum für Gartenbau und Technik in Quedlinburg hat in einem fünfjährigen Versuch handelsübliche Unterflur-Verankerungssysteme auf Eignung, Baumschonung und Funktionserfüllung geprüft. Die Ergebnisse dieser umfangreichen Untersuchung von Dr. Schneidewind und hier speziell die Resultate unserer TREELOCK® Verankerung möchten wir zusammenfassend darstellen.

Zunächst wurde der durchschnittliche Zeitaufwand für den Einbau pro Unterflur-Verankerungsvariante und Baum getestet. Für die Variante GEFA TREELOCK® 25 benötigten die Mitarbeiter des ZGT 5,8 Minuten – die TREELOCK® 50 Variante konnte innerhalb 6,1 Minuten eingebaut werden. Der Einbau erfolgte mit 2 Arbeitskräften.

Neben dem zügigen, sind vor allem der schonende Einbau und die Funktionsfähigkeit der Systeme für den Anwender von entscheidender Bedeutung. Hier führt Dr. Schneidewind in seiner Veröffentlichung aus:

„Obwohl in der DIN 18916 (Vegetationstechnik im Landschaftsbau, Pflanzen und Pflanzarbeiten, 2002) über Ballenverankerungssysteme keine speziellen Aussagen gemacht werden gilt grundsätzlich, dass durch die Art der Verankerung keine Verletzungen von Pflanzen entstehen dürfen. In den FLL- „ Empfehlungen für Baumpflanzungen, Teil 1: Planung, Pflanzarbeiten, Pflege“ wird genauer darauf hingewiesen: Durch die Verankerungseinrichtungen dürfen Stämme, Kronen und Wurzeln nicht beschädigt oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden (FLL 2005)“.

(Dr. Schneidewind, A., Vergleich von sechs verschiedenen Unterflur-Baumverankerungssystemen, im Jahrbuch der Baumpflege 2013, S.122.)

Bezüglich des schonenden und verletzungsfreien Einsatzes der GEFA TREELOCK® Systeme geht Dr. Schneidewind in dem Punkt 4.4 (Rodung und Aufbereitung der Versuchsbäume) ins Detail:

„Dabei wurde deutlich, dass sich die Lage der meisten Baumballen seit der Pflanzung nicht oder nur unwesentlich verändert hatte. Diesbezüglich hinterließen die Systeme mit Gurtbändern und breiten Seilauflagen den besten Eindruck (Prüfglieder 3,4,9,10,11). Hervorzuheben ist bei den TREELOCK®-Sicherungen die zusätzliche Verwendung einer flächig auf den Ballen gelegten Kokosscheibe vor Einbau der Gurte. Diese Maßnahme schont das Wurzelwerk gut und verhindert Ballenpressungen. Offensichtlich werden auftretende Drücke der Gurtbandverspannungen auf der Ballenoberfläche gut verteilt. Ein weiterer interessanter Aspekt zeigt sich bei der Rodung nach fünf Jahren. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kokosscheiben weitgehend verrottet, aber direkt unter den Gurtbändern immer noch gut erhalten geblieben, so dass sich diese Ballen während der gesamten Verankerungszeit nicht gelockert hatten“.

(Dr. Schneidewind, A., Vergleich von sechs verschiedenen Unterflur-Baumverankerungssystemen, im Jahrbuch der Baumpflege 2013, S.129.)

Bei den GEFA TREELOCK® Varianten konnten keine visuellen und holzbiologischen nachweisbaren Wurzelschäden festgestellt werden.

(Dr. Schneidewind, A., Präsentation Augsburger Baumpflegetage 2013, S. 17.)

Nur bei diesem System gab es bei allen Baumarten keinerlei Wurzelverletzungen.

(Gemeinsame Veröffentlichung der Forschungsinstitute des deutschen Gartenbaues, Ausgabe 2013, Dr. Schneidewind, S. 30.)

Neben dem Aspekt der Verletzungsfreiheit ist die Funktionserfüllung zentrales Element in Dr. Schneidewinds Ausführungen. Die Ergebnisse beziehen sich auf die gegebenen Versuchsbedingungen im ZGT Quedlinburg

(Dr. Schneidewind, A., Vergleich von sechs verschiedenen Unterflur-Baumverankerungssystemen, im Jahrbuch der Baumpflege, 2013, S. 127 f.)

Die permanent wechselnden Windverhältnisse stellten einen echten Härtetest für alle Verankerungssysteme dar. Dennoch konnten unsere TREELOCK® Varianten hier am positivsten abschneiden!

Stammneigung TREELOCK 50 

Stammneigung in ° - GEFA TREELOCK® 50

(Dr. Schneidewind, A. ,Vergleich von sechs verschiedenen Unterflur-Baumverankerungssystemen, im Jahrbuch der Baumpflege, 2013, S. 128)

Stammneigung TREELOCK 25

Stammneigung in ° - GEFA TREELOCK® 25

(Dr. Schneidewind, A. ,Vergleich von sechs verschiedenen Unterflur-Baumverankerungssystemen, im Jahrbuch der Baumpflege, 2013, S. 128)

Aus den Ergebnissen seiner Untersuchungen fasst Dr. Schneidewind folgende Systemerfahrungen zusammen:

• offener Ballierkorb bringt keine Nachteile

• flächige Kokosscheibe unter Spannsysteme einbauen

• Spannseile und –gurte weit vom Stammfuß einbauen

• kantige Holzteile nicht verwenden

• unkontrollierbares Einschlagen von Metallspießen in die
   Ballen ist nicht grundsätzlich verletzungsfrei

(Dr. Schneidewind, A., Präsentation Augsburger Baumpflegetage 2013, S. 19.)

Und zur grundsätzlichen Verwendung von Unterflurverankerungssystemen:

1. STU der Bäume minimal:        20 cm
    Ballengröße mindestens:        60 cm

2. Ballenqualität (Durchwurzelungszustand entscheidend !): mindestens 3xv besser 4xv Bäume verwenden (jüngere Bäume lockern sich im Ballen !)

3. Standortbedingungen v.a. Wind- und Bodenverhältnisse auch im Siedlungsraum vorab analysieren.

(Dr. Schneidewind, A., Präsentation Augsburger Baumpflegetage 2013, S. 20.)

Aufgrund der Ergebnisse des Versuches kann festgehalten werden, dass im Systemvergleich breit aufliegende Gurtbänder gegenüber Ballenabspannungen mit Drahtseilen sicherer waren. Es wird deutlich, dass sich die Verwendung einer geeigneten verrottungsfähigen Ballenauflage unter Spanneinrichtungen positiv auswirkt und damit zu empfehlen ist!

(Dr. Schneidewind, A., Vergleich von sechs verschiedenen Unterflur-Baumverankerungssystemen, im Jahrbuch der Baumpflege, 2013, S. 121/129).


Den vollständigen Bericht aus dem "Jahrbuch der Baumpflege 2013" können Sie sich hier kostenlos downloaden.

Den Auszug aus dem FLL-Jahrgangsband "Versuche in der Landespflege" Ausgabe 2013 können Sie hier kostenlos downloaden.

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