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Avengelus Pro

17.09.2018

Einsatz von Trichoderma als Pflanzenstärkungsmittel

 Avengelus F-Plus

MycoSolutions entwickelt mit der Hilfe von Pilzen maßgeschneiderte Lösungen für die Baumpflege, Garten- und Landschaftsbau, Obst-, Wein- und Hopfenbau und der Agrarwirtschaft. Wir entwickeln Bodenhilfsmittel und Biostimulanzien zur nachhaltigen, umweltfreundlichen Bodenverbesserung und für ein verbessertes Pflanzenwachstum.


Unsere Maßgaben:

 Maßgeschneiderte, hochwirksame, umweltfreundliche und nachhaltige Produkte
 Nutzung natürlicher Regelmechanismen
 Einsatz an Standorten, an denen chemische Schutzmittel nicht angewendet werden dürfen
 Vorhandene Nützlinge werden geschont!
 Keine Anwendungsbeschränkenden Auflagen: z.B.: Grundwasserschutz, Gewässerschutz, Bienen
 Keine Resistenzentwicklung

 

Vorteil 1:

Durch die suppressive Wirkung von Trichoderma (einem natürlichen Schimmelpilz) im Boden wird das Wachstum von vielen bodenbürtigen Pilzen gehemmt und die Bildung von Adventivwurzeln gefördert.

 Avengelus Vorteil 1

Abbildung 1. Links: Baum vor der Behandlung. Rechts: Bereits nach zwei Wochen Behandlung mit Trichoderma
kann die zahlreiche Bildung neuer Adventivwurzeln (Pfeile) beobachtet werden (Schwarze et al., 2012).


Vorteil 2:

Erhalt und Pflege von alten Baumbeständen mit Denkmal-Charakter, Möglichkeit der Anwendung unserer Produkte auch
an urbanen Standorten und in Parks.

Avengelus Vorteil 2

Abbildung 2: Links Baum mit absterbenden Wurzeln (Ausschnitt im Kreis) vor der Behandlung. Rechts: Nach wenigen Wochen Behandlung mit Avengelus® Arborwerden die geschädigten Wurzelbereiche von Baum überwallt (Ausschnitt im Kreis) (Schwarze et al., 2012).

 

Vorteil 3:

Die Behandlung von Wunden nach Schnittmaßnahmen mit Sporensuspensionen reduziert signifikant die Infektionsrate durch holzzerstörende Pilze.

Avengelus Vorteil 3

Abbildung 3. Wunden, die mit den holzzerstörenden Pilzen inokuliert wurden, zeigten nach der Inkubationszeit von 3 Jahren eine durchschnittliche Infektionsrate  von 78,7% auf. Die höchste Infektionsrate mit 81% erzielte G. adspersum, gefolgt von P. squamosus mit 79% und I. hispidus mit 76%. Die statistische Analyse ergab, dass die Infektionsraten der Holz zersetzenden Pilze durch die Trichoderma-Applikation in allen Fällen signifikant reduziert wurden.

 

Vorteil 4:

Durch die vorbeugende Behandlung von Holz wird das Ausmaß der Holzzersetzung durch holzzerstörende Pilze signifikant verringert.

Avengelus Vorteil 4

Abbildung 4. A: Dichtes, weisses Myzel mit brauner Kruste des wulstigen Lackporlings (G. adspersum) auf den Kontrollproben. B: Kontrollproben des flachen Lackporlings (G. lipsiense) C: Brandkrustenpilz (Kretschmaria deusta) bildete neben einem dichten Myzelmantel auch Dauerorgane auf den Proben (Kontrolle) aus. D: Trichoderma atroviride verhinderte eine Besiedlung des Holzes durch den wulstigen Lackporling (G. adspersum). E: Trichoderma harzianum/polysporum konnte eine Besiedlung durch den flachen Lackporling (G. lipsiense) unterbinden F: Die mit Trichoderma atroviride behandelten Proben ließen kein Myzelwachstum des Brandkrustenpilzes (K. deusta) erkennen.

 

Antagonisten

MycoSolutions entwickelt und produziert natürliche Gegenspieler (Antagonisten) zur Verbesserung der Verfügbarkeit von mineralischen Nährstoffen, des Wurzelwachstums und des Einsatzes gegen bodenbürtige Schadpilze wie z.B. Fusarium, Phythium, Rhizoctonia..., sowie holzzerstörender Pilze.  Dabei spezialisieren wir uns auf die Erforschung und Entwicklung von Präparaten mit pilzlichen Gegenspielern deren antagonistische Mechanismen von Konkurrenz über Antibiose bis zu Resistenzinduktion reichen.

 

Antagonisten gegen Schadpilze

Durch die immer restriktiver werdenden Pflanzenschutzmittelverordnungen steigt das Interesse an biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln, den so genannten Antagonisten. Im Bereich der Mikrobiologie bzw. der biologischen Bekämpfung versteht man unter Antagonismus die Störung oder Hemmung von Lebensvorgängen (Wachstum, Vermehrung, Infektion, Verbreitung, Überdauerung usw.) einer Organismenart durch eine andere. Antagonismus bedeutet also aktiv ausgeübte Opposition. Die Wirkmechanismen der Antagonisten sind: Konkurrenz - Antibiose - Parasitierung/Fraß und indirekte Mechanismen wie „Schutzimpfung“.

Bei der biologischen Bekämpfung bodenbürtiger Schadpilze mittels eines direkten Einsatzes von Antagonisten strebt man häufig den Schutz der Rhizosphäre an, die im günstigsten Fall von den Antagonisten vorbesiedelt und verteidigt werden. Als Rhizosphäre werden die wurzelnahen Bodenschichten bezeichnet, die direkt durch den Stoffwechsel der Wurzeln verändert werden. Die quantitativ wichtigsten Vorgänge sind dabei die mineralische Nährstoffaufnahme durch die Pflanzenwurzel und die Ausscheidung von Wurzelexsudaten, durch die es zu Anreicherungen von Mikroorganismen im wurzelnahen Bereich kommt Die Wurzelexudate der Pflanzen dienen unter anderem dazu, sich die Mikroorganismen nutzbar zu machen (d.h. Nutzorganismen), indem die Pflanzen Wurzelexudate gegen Wurzelschutz gegenüber Schaderregern tauschen. Derartige Lebensgemeinschaften mit wechselseitigem Nutzen bezeichnet man als Symbiose und sind auch mit Mykorrhiza zu beobachten. Der kombinierte Einsatz von Mykorrhiza und Trichoderma empfiehlt sich wegen der Verbesserung der mikrobiologischen Aktivität des Bodens durch synergistische Effekte.

 

Wirkmechanismen

Die antagonistischen Wirkmechanismen gegen Schaderreger sind vielfältig und werden nachfolgend kurz vorgestellt:

 

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1. Konkurrenz

Konkurrenz um Wachstumsfaktoren, z.B. Nährstoffe und Wuchsstoffe sowie Konkurrenz um "Raum", z.B. Bindungsstellen und Eindringpforten. Den Schaderregern werden somit Raum und Wachstumsfaktoren genommen, die sie für ihre Entwicklung brauchen.

 

2. Antibiose:

Bei der Antibiose werden vom Mikoorganismus antibiotische Stoffe gebildet, die selbst in sehr kleinen Konzentrationen in Stoffwechselprozesse der Schaderreger eingreifen und somit hemmend, abtötend oder morphologisch regulierend wirken.

 

3. Parasitierung:

Bei der Parasitierung werden die Schaderreger von den Antagonisten direkt angegriffen und abgetötet bzw. geschwächt. Bei Trichoderma harzianum handelt es sich um Mikroorganismen, die diesen Wirkmechanismus verwirklichen können.

 

4. Resistenzinduktion/Präimmunisierung:

Die Resistenzinduktion, die z.B. auch bei der Infizierung der Feinwurzeln von Pflanzen mit Mykorrhizapilzen erfolgt, ist wirksam, weil die Pflanze zunächst zwischen Symbiont und Schaderreger nicht unterscheiden kann. So reagiert sie zunächst gleichermaßen auf die Infektion, indem sie die Zellwände stärkt, lytische Enzyme und weitere so genannte Phytoalexine herstellt. Diese Stoffwechselprodukte verursachen eine Präimmunisierung der Pflanzen gegenüber Schaderreger. Diesen Effekt kann auch Trichoderma harzianum hervorrufen.

 

Biologie versus Chemie

Im Gegensatz zu chemischen Pflanzenschutzmitteln, die auch bei hohem Befallsdruck die Kulturpflanzen sichtbar "sauber" halten, den Fortgang der Krankheitsentwicklung stoppen oder gar kurativ wirken, d. h. die Pflanzen "blankputzen". Es ist geradezu ein Wesenszug vieler Antagonisten, dass sie weniger in die Phase der Massenvermehrung eingreifen - hier sind sie tatsächlich meist überfordert. Wirksam sind Antagonisten vielmehr in der Phase, die den Primärinfektionen vorausgeht, indem sie die Schaderregerpopulationen bereits vor Erreichen der Pflanzen reduzieren. Dann tritt eine Krankheit aufgrund des reduzierten Infektionsdrucks gar nicht, schwach oder so verzögert auf, dass es zu keiner Massenvermehrung mehr kommen kann.

Hinzu kommt, dass vor allem im intensiven Pflanzenbau oft unerwünschte Nebenwirkungen von Chemikalien auf Nichtzielorganismen (z.B. Antagonisten und Symbionten) auftreten: die Fähigkeit zur Selbstregulation der Substratökosysteme wird herabgesetzt. Anfällige Hochzuchtsorten, intensive Düngung und hohe Bestandsdichten verschieben die Balance zwischen Schaderregern und Antagonisten zu Ungunsten letzterer. Der resultierende hohe Krankheitsdruck verstärkt dann zu Unrecht das Misstrauen gegenüber biologischen und integrierten Verfahren.

 

Trichoderma harzianum der "Star" unter den bodenbürtigen Antagonisten

Trichoderma harzianum ist der wohl zurzeit am meisten angewandte bodenbürtige Antagonist im Gartenbau. Und dies hat auch seine guten Gründe; denn durch sein reichhaltiges Enzymbesteck wie z.B. Cellulase, Cellobiase, Hemicellulase, Pektinase, Glucoamylase ist Trichoderma harzianum dazu befähigt, die Sporen von Schaderregern zu verwerten und somit krankheitsunterdrückend zu wirken. Insbesondere die bodenbürtigen Schadpilze wie z.B. Pythium, Phytophthora, Rhizoctonia, Fusarium und auch holzzerstörende Pilze werden durch Trichoderma harzianum unter der Infektionsschwelle gehalten, so dass kein Befall der Kulturpflanzen stattfindet.

 

Anwendung – warum Trichoderma einsetzen?

Trichoderma harzianum gehört zu der Gruppe der bodenbürtigen Schimmelpilze und ist somit allgegenwärtig anzutreffen. Es stellt sich somit die Frage, wieso die Gartenbausubstrate zusätzlich mit diesen Antagonisten beimpft werden sollten. Dies hat zwei Hauptgründe: die im Handel erhältlichen Impfstoffe von Trichoderma harzianum sind aus speziell selektierten Stämme hervorgegangen und haben in Versuchen ihre höhere antagonistische Wirksamkeit gegenüber Wildstämmen unter Beweis gestellt. Es handelt sich bei Trichoderma harzianum um einen sehr wirksamen Antagonisten, der jedoch bei alten degenerierten kommerziell erhältlichen Produkten sehr wachstumsfaul ist. MycoSolutions hält ihre Trichoderma-Stämme mit speziellen Zuchtprogramm fit und leistungsfähig.

MycoSolutions entwickelt Produkte mit einer Nahrungsquelle für Trichoderma harzianum im Substrat, Daher kann der Pilz sofort im Substrat sporulieren und potentiell in der Umgebung befindliche Schadorganismen unterdrücken. Reine Sporenpräparate haben eine längere Verlaufzeit, bis sie wirksam werden.

 

Wirkungsweise

Trichoderma harzianum ist mit Hilfe seines reichhaltigen Enzymbestecks dazu befähigt, alle Schutzmechanismen, mit denen sich die Sporen der Schaderreger umgeben, zu knacken und unschädlich zu machen. Zudem entsteht durch weitere sekundäre Stoffwechselprodukte - wie z.B. pflanzenfördernde Hormone - ein besseres Wurzelwachstum und dadurch gut versorgte, widerstandsfähige Pflanzen.

Neben der Parasitierung und Antibiose als Wirkmechanismen kann noch die Konkurrenz um Raum und Nährstoffe aufgeführt werden. Während der Vegetationszeit ernährt sich Trichoderma harzianum von den Wurzelexudaten an der Rhizosphäre und bildet somit einen biologischen Schutzwall gegen bodenbürtige Schaderreger.

 

Haltbarkeit

Mindestens 6 Monate bei trockener und kühler Lagerhaltung (<12 °C)

 

Anwendungsbeispiele

Als Starthilfe bei der Neupflanzung eines Baumes: 1 Beutel Granulat à 600ml unter Wurzelballen einbringen

 Bei Ersatzpflanzung eines Baumes: Substrat mit Granulat durchmischen, ca. 1 Beutel pro m3 Substrat

 Beim Einsatz von Kompost oder Mulch auf Baumscheibe: ca. 1 bis 2 Beutel Granulat pro m3 Kompost einmischen

 Bei Behandlung eines Naturdenkmals (z.B.Kronendurchmesser 20 m, Stammdurchmesser 120 cm)

- Erstes Behandlungsjahr: 4 Behandlungen mit je 1000 ml Gel in 200 l Wasser gelöst, jeweils im Abstand von 4 Wochen, gleichmäßig im Wurzelraum ausbringen

- 3 Folgejahre: 4 Behandlungen im Abstand von jeweils 4 Wochen mit je 1000ml Gel

 Bei Behandlung eines Baumes (Kronendurchmesser 14 m, Stammdurchmesser 80 cm):

- Erstes Behandlungsjahr: 4 Behandlungen mit je 500 ml Gel in 100 l Wasser gelöst, jeweils im Abstand von 4 Wochen, gleichmäßig im Wurzelraum ausbringen

- 3 Folgejahre: 4 Behandlungen im Abstand von jeweils 4 Wochen mit je 500ml Gel

 

Behandlungsdauer für Baumkuren

Avengelus Schema



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