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Avengelus Pro

17.09.2018

MycoSolutions entwickelt mit der Hilfe von Pilzen konditionierte Lösungen für die Baumpflege, Garten- und Landschaftsbau, Obst-, Wein- und Hopfenbau und die Agrarwirtschaft. Wir entwickeln Bodenhilfsmittel mit Trichoderma zur nachhaltigen, umweltfreundlichen Bodenverbesserung und für ein verbessertes Pflanzenwachstum.



Vorteile der Trichoderma-Produkte von MycoSolutions in der Übersicht

• Konditionierte, hochwirksame, umweltfreundliche und nachhaltige Produkte

• Nutzung natürlicher Regelmechanismen

• Einsatz an Standorten, an denen chemische Schutzmittel nicht angewendet werden dürfen

• Vorhandene Nützlinge werden geschont!

• Keine anwendungsbeschränkenden Auflagen: z. B.: Grundwasserschutz, Gewässerschutz, Bienen

• Keine Resistenzentwicklung


Was ist Trichoderma?

Trichoderma sind Pilze die in der Umwelt und vor allem im Boden allgegenwärtig sind. Städtische Böden weisen im Vergleich zu natürlich entstandenen Böden oft eine deutlich geringere mikrobielle Aktivität auf. Eine Möglichkeit, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, ist die Verwendung von Trichoderma. Sie zeichnen sich durch einen kurzen Lebenszyklus und hohe Wachstumsraten bei optimalen Bedingungen von bis zu 2 cm/Tag aus. Im Vergleich dazu liegen die Wachstumsraten von z. B. Basidiomyzeten (Ständerpilze, Abteilung welche die häufigsten Schaderreger an Bäumen vorweist) in der Regel bei 1 bis 2 mm/Tag und die Lebenszyklen erstrecken sich von 1 bis zu mehreren Jahren.

Die optimale Temperatur für Wachstum und Keimung liegt bei 20-25 °C. Die Konidien (asexuelle Sporen, s. Abbildung 1) sind grün-pigmentiert und können kühlere Temperaturen überdauern (wie sie z. B. im Winter vorkommen) in dem sie in eine Art Ruhestarre verfallen und dann wieder auskeimen sobald die Temperaturen wärmer sind (ab ca. 12 °C). Trichoderma selbst ernährt sich von toter organischer Substanz, von Substanzen die von der Wurzel ausgeschieden werden oder durch Mykoparasitierung von anderen Pilzen.

 TrichodermaAbbildung 1. Grün-pigmentierte Sporen von Trichoderma.

 

Trichoderma weist vielfältige Wirkungsweisen im Boden und an der Pflanze auf

Verschiedene Wirkungsweisen sind bisher bekannt und sollen hier kurz vorgestellt werden:

Anregung des Wurzelwachstums: In Verbindung mit Trichoderma wird das Wurzelwachstum durch die Produktion von pflanzenfördernden Hormonen angeregt (s. Abbildung 2). Dies hilft der Pflanze widerstandsfähiger gegen zukünftige stressige Zeiten, wie z. B. Trockenperioden zu sein.

 AdentivwurzelnAbbildung 2. Links: Baum vor der Behandlung. Rechts: Bereits nach zwei Wochen Behandlung mit Trichoderma kann die zahlreiche Bildung neuer Adventivwurzeln (Pfeile) beobachtet werden (Schwarze et al., 2012).


Präimmunisierung: Bei einer Präimmunisierung durch Trichoderma kommt es zu einer induzierten systemischen Resistenz. Das bedeutet, dass Trichoderma verschiedene Substanzen in den ersten zwei Wurzelzellschichten der Wirtspflanze produziert (s. Abbildung 3) welche veranlassen, dass die Wirtspflanze vermehrt Abwehrstoffe produziert, sobald diese gebraucht werden – z. B. als direkte Reaktion auf den Kontakt mit einem anderen, meist schädlichen, Organismus.

Dabei werden die Abwehrstoffe im ganzen Pflanzenkörper produziert (= systemische Resistenz). Der Begriff Präimmunisierung ist vor allen Dingen im Zusammenhang mit Mykorrhiza-Pilzen bekannt. Mittlerweile konnte dieselbe Wirkungsweise durch Trichoderma wissenschaftlich nachgewiesen werden.

 Wurzel

Abbildung 3. Trichoderma-Hyphe in den Zwischenräumen der ersten zwei Zellschichten einer Wurzel. Durch die Produktion von Proteinen und Enzymen, wird die Produktion von Botenstoffen angeregt, welche bei der Übertragung der Signale bei einem Pathogen-Angriff zuständig sind und Abwehrreaktionen in der Pflanze auslösen. Zusätzlich können Zellwandfragmente in der Wurzel der Wirtspflanze durch Trichoderma herausgelöst werden, dieser Vorgang führt wiederum zu einer Abwehrreaktion der Pflanze. Abbildung übersetzt aus Harman et al. 2004.

 

Hohe Konkurrenzkraft: Trichoderma weist eine hohe Konkurrenzkraft um Nahrung und Raum auf, da es schnell wachsen kann und Nahrungsquellen effizient nutzt. Während der Vegetationszeit ernährt sich Trichoderma von den Substanzen, die über die Wurzel ausgeschieden werden und besetzt damit Raum und Wachstumsfaktoren, welche andere Pilze für ihre Entwicklung brauchen. Zusätzlich zeigt sich die hohe Konkurrenzkraft in der hohen Produktion von Konidien und Chlamydosporen (Überdauerungsstadium des Pilzes).


Fallbeispiele aus der Praxis und der Forschung

Fallbeispiel 1:

Erhalt und Pflege von alten Baumbeständen mit Denkmal-Charakter. Möglichkeit der Anwendung unserer Produkte auch an urbanen Standorten und in Parks.

Abbildung 4. Links: Baum mit absterbenden Wurzeln (Ausschnitt im Kreis) vor der Behandlung. Rechts: Nach wenigen Wochen Behandlung mit Avengelus BASICwerden die geschädigten Wurzelbereiche vom Baum überwallt (Ausschnitt im Kreis) (Schwarze et al., 2012).

 

Fallbeispiel 2:

Die Behandlung von Wunden nach Schnittmaßnahmen mit Sporensuspensionen vermindert die Etablierung von anderen Pilzarten auf der Wunde signifikant.

 SchubertAbbildung 5. Wunden, die mit verschiedenen Pilzarten inokuliert wurden, zeigten nach der Inkubationszeit von 3 Jahren eine durchschnittliche Besiedelungsrate von 78,7% auf. Die höchste Besiedelungsrate mit 81% erzielte Ganoderma adspersum, gefolgt von Polyporus squamosus mit 79% und Inonotus hispidus mit 76%. Die statistische Analyse ergab, dass die Besiedlungsraten der verschiedenen Pilzarten durch die Trichoderma-Applikation in allen Fällen signifikant vermindert wurden (Schubert, 2006).


Fallbeispiel 3:

Neben einer erfolgreichen Behandlung von Schnittwunden mit Trichoderma konnte im gleichen Versuch gezeigt werden, dass die Holzverfärbung durch Trichoderma signifikant abgenommen hat. Dies wurde an verschiedenen Baumarten (Pappeln, Eichen, Ahorn und Linde) untersucht.

 Schubert2

Abbildung 6: Die Summe der Holzverfärbungen über alle untersuchten Baumarten war bedeutend geringer bei einer Behandlung der Schnittwunde mit Trichoderma im Vergleich zu anderen wundbesiedelnden Pilzen.


Fallbeispiel 4:

Es konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass das Ausmaß der Holzzersetzung durch eine vorbeugende Behandlung des Holzes mit Trichoderma signifikant verringert wurde (Schubert, 2006).

Abbildung 7. A-C: Kontrollproben ohne Behandlung mit Trichoderma: A: Dichtes, weißes Myzel mit Kruste des Wulstigen Lackporlings (Ganoderma adspersum). B: Kontrollproben des Flachen Lackporlings (G. lipsiense). C: Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta) bildete neben einem dichten Myzelmantel auch Dauerorgane aus. D-F: Behandelte Proben mit Trichoderma:  Trichoderma konnte eine Besiedlung des Holzes durch (D) den Wulstigen Lackporling (G. adspersum) (E) den Flachen Lackporling (G. lipsiense) und (F) den Brandkrustenpilze (K. deusta) verhindern.


Anwendung – warum Trichoderma einsetzen?

Trichoderma harzianum gehört zu der Gruppe der bodenbürtigen Schimmelpilze und ist somit allgegenwärtig anzutreffen. Es stellt sich somit die Frage, wieso die Gartenbausubstrate zusätzlich mit diesen Antagonisten beimpft werden sollten. Dies hat zwei Hauptgründe: die im Handel erhältlichen Impfstoffe von Trichoderma harzianum sind aus speziell selektierten Stämmen hervorgegangen und haben in Versuchen ihre höhere antagonistische Wirksamkeit gegenüber Wildstämmen unter Beweis gestellt.

Es handelt sich bei Trichoderma harzianum um einen sehr wirksamen Antagonisten, der jedoch bei alten, degenerierten, kommerziell erhältlichen Produkten sehr wachstumsfaul ist. MycoSolutions hält ihre Trichoderma-Stämme mit speziellen Zuchtprogramm fit und leistungsfähig. MycoSolutions entwickelt Produkte mit einer Nahrungsquelle für Trichoderma harzianum im Substrat, daher kann der Pilz sofort im Substrat sporulieren. Reine Sporenpräparate brauchen länger bis sie wirksam werden.

 

Haltbarkeit

Mindestens 12 Monate bei trockener und kühler Lagerhaltung (10-15 °C).


Anwendungsbeispiele

• Als Starthilfe bei der Neupflanzung eines Baumes: 1 Beutel Granulat à 600 ml unter dem Wurzelballen
  einbringen oder den Wurzelballen mit 500 ml Gel behandeln

• Bei Ersatzpflanzung eines Baumes: Substrat mit Granulat oder Gel durchmischen (Empfehlung 1 Beutel
  Granulat  oder 500 ml Gel pro m3)

• Beim Einsatz von Kompost oder Mulch auf Baumscheibe: 1 bis 2 Beutel Granulat oder 500 – 1000 ml Gel pro
  m3  Kompost einarbeiten

• Bei Behandlung eines Altbaumes mit Kronenschirmfläche > 400 m2:

• Erstbehandlung: 2 Beutel Granulat à 600 ml gleichmässig auf der Kronenschirmfläche ausstreuen und
  gut einschwemmen

• Drei Folgebehandlungen im Abstand von jeweils 4 Wochen mit je 1000 ml Gel

• Es wird empfohlen die Erst- und Folgebehandlungen über 4 Jahre durchzuführen

 

• Bei Behandlung eines Baumes mit Kronenschirmfläche ca. 100 m2:

• Erstbehandlung: 1 Beutel Granulat à 600 ml gleichmässig auf der Kronenschirmfläche ausstreuen und
  gut  einschwemmen

• Drei Folgebehandlungen im Abstand von jeweils 4 Wochen mit je 500 ml Gel

• Es wird empfohlen die Erst- und Folgebehandlungen über 4 Jahre durchzuführen

 

Behandlungsdauer für Baumkuren

behandlungAbbildung 8: Behandlungsübersicht für 4-Jahres Baumkuren. Die optimale Behandlung von Bäumen liegt in der Applikation von Trichoderma von vier Gaben pro Jahr in einem 4-Wochen-Rhythmus über 4 Jahre.


MycoSolutions leistet einen Beitrag zum Umweltschutz

Wir garantieren die Umweltverträglichkeit unserer Produkte, da der bewusst ausgewählte Trichoderma-Stamm weder leichtflüchtige Stoffe noch Antibiotika produziert. Dies bedeutet, dass Auswirkungen auf andere Organismen oder Menschen durch Trichoderma ausgeschlossen werden können. Dies schließt ebenfalls aus, dass keine Resistenzen von anderen Organismen gegen Trichoderma ausgebildet werden können.

 


Infos und Ansprechpartner

Infoflyer Avengelus Pro

Sicherheitsdatenblatt Avengelus Pro

Bei Fragen zum Abo oder weiteren Informationen zum Avengelus Pro Gel, wenden Sie sich bitte an:

Patrizia Weber

Fon: 02151 / 49 47 74
Fax: 02151 / 49 47 50
eMail: p.weber@gefa-fabritz.de

 

 

 

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